Wer ist Mother Nature Cambodia?
Die NGO „Mother Nature Cambodia“ (MNC), ausgezeichnet mit dem Right Livelihood Award 2023 („Alternativer Nobelpreis“), stellt sich mit mutigen, gewaltfreien und medienwirksamen Kampagnen den mächtigen politischen und wirtschaftlichen Kräften entgegen, die Kambodschas Umwelt zerstören.
Seit 2012 dokumentiert und enthüllt MNC systematische Missstände wie beispielsweise illegale Abholzung, Wasserverschmutzung, zerstörerische Staudammprojekte und illegale Sandgewinnung. Dabei deckt die NGO auch die damit verbundene Korruption und die massiven Einnahmeverluste für den Staat auf.
Ein zentraler Schwerpunkt von MNC ist der Schutz von Koh Kong, der grössten Insel Kambodschas – vor Abholzung, zerstörerischen Bauprojekten sowie vor Sandabbau, Megatourismus und fragwürdigen Landkonzessionen.
Warum wurden die fünf Aktivist:innen kriminalisiert und inhaftiert?
Mother Nature Cambodia (MNC) hat Millionen Menschen erreicht, Missstände sichtbar gemacht und das Umweltbewusstsein gestärkt. Als Konsequenz wurde die NGO Ziel von Überwachung, Einschüchterung und politisch motivierter Verfolgung.
Long Kunthea, Ly Chandaravuth, Phuon Keoraksmey, Thun Ratha und Yim Leanghy gehören zu den zehn Aktivist:innen von Mother Nature Cambodia, die am 2. Juli 2024 in Phnom Penh verurteilt wurden. Alle fünf Aktivist:innen wurden wegen „Verschwörung gegen den Staat“ zu 6 Jahren Haft verurteilt; Yim Leanghy erhielt zusätzlich wegen „Beleidigung des Königs“ eine Haftstrafe von 8 Jahren und eine Geldstrafe in Höhe von 10 Millionen Riel (ca. 2’500 USD).
Dies ist nicht das erste Mal, dass Aktivist:innen der MNC Haft- und Geldstrafen verbüssen müssen. Die kambodschanischen Behörden gingen mehrfach gegen MNC vor: Verhaftungen im Zusammenhang mit einer geplanten friedlichen Demonstration im September 2020, weitere Festnahmen im Juni 2021 wegen der Dokumentation von Wasserverschmutzung sowie die aktuellen Anklagen wegen „Verschwörung“ und „Beleidigung des Königs“. Dabei beziehen sich die Vorwürfe auf die Aktivitäten der NGO zwischen 2012 und 2021. Auch unrechtmässig erlangte private Kommunikationsdaten wurden als Beweismittel genutzt. Darüber hinaus wurden Informationen bei Polizeiverhören unter Anwendung psychologischen Drucks und emotionaler Einschüchterung erzwungen.

Was ist seit ihrer Inhaftierung geschehen?
Seit Juli 2024 sind die fünf Aktivist:innen in Gefängnissen in ganz Kambodscha untergebracht, Hunderte von Kilometern von ihren Familien und Rechtsbeiständen entfernt. Die Lebensbedingungen in Gefängnissen in Kambodscha sind sehr schlecht, geprägt von Überbelegung, mangelhafter Hygiene und fehlendem Zugang zu sauberem Wasser und Lebensmitteln. Laut der internationalen Beobachtungsstelle World Prison Brief gehört Kambodscha weltweit zu den Ländern mit der stärksten Gefängnisüberbelegung, mit einer Auslastung von etwa 409%.
Ein im Juli 2024 eingeleitetes Berufungsverfahren gegen die Verurteilungen der fünf Aktivist:innen wurde erheblich verzögert und ihre Anträge auf Freilassung gegen Kaution mehrfach abgelehnt, zuletzt im März 2026.
Die langjährige Inhaftierung der fünf Umweltschützer:innen soll ihre Stimme zum Schweigen bringen, doch Mut und Überzeugung der jungen Aktivist:innen inspirieren viele Menschen in Kambodscha weiterhin.

Darum braucht es Dich:
- Die fünf Aktivist:innen von Mother Nature Cambodia sollten keinen weiteren Tag in Haft verbringen müssen, weil sie sich friedlich für den Schutz der Wälder und Flüsse Kambodschas eingesetzt haben.
- Mindestens 96 Personen befinden sich derzeit aus politischen Gründen in Haft in Kambodscha. Menschenrechtsverletzungen und Umweltzerstörung müssen dort endlich ein Ende haben.
Der Bruno Manser Fonds arbeitet mit internationalen Partnern zusammen und nutzt Instrumente der Vereinten Nationen und der Diplomatie, um politischen Druck für die Freilassung der fünf Aktivist:innen aufzubauen.
Doch dafür brauchen wir auch Deine Mithilfe.
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