28.07.2026

Frankophonie-Gipfel in Kambodscha darf Menschenrechtsfragen nicht ignorieren

Die Internationale Organisation der Frankophonie (OIF) weigert sich, eine NGO-Delegation zu empfangen, die sich vor dem Frankophonie-Gipfel in Phnom Penh für die Freilassung von kambodschanischen Umweltaktivisten einsetzt. Der Bruno Manser Fonds (BMF) kritisiert die OIF wegen Vernachlässigung der Menschenrechte.

In einem heute bekannt gewordenen Schreiben an den Bruno Manser Fonds (BMF) unterstreicht die OIF, dass sie sich weiterhin für die Förderung von Demokratie, Rechtsstaatlichkeit sowie die Achtung der Menschenrechte und Grundfreiheiten einsetze – entsprechend den Grundsätzen ihrer Charta.

Trotzdem lehnte die Organisation ein Treffen mit der Schweizer Umweltorganisation und einer NGO-Delegation ab, die Anfang Juli nach Paris gereist war, um sich für die Freilassung von fünf in Kambodscha inhaftierten Mitgliedern von „Mother Nature Cambodia“ einzusetzen. Die Gruppe gilt als eine der bekanntesten Umweltorganisationen Kambodschas.

„Die OIF darf die dramatische Lage der kambodschanischen Umweltschützer:innen nicht ignorieren“, sagt Lukas Straumann, Geschäftsleiter des Bruno Manser Fonds. „Die Frankophonie-Organisation verliert ihre Bedeutung, wenn ihren hehren Grundsätzen keine Taten folgen. Wir erwarten von der OIF-Führung, dass sie die willkürliche Verfolgung und Inhaftierung von Umweltschützer:innen unverzüglich mit der kambodschanischen Regierung aufnimmt.“

Kambodscha wird im November 2026 Gastgeber des 20. Frankophonie-Gipfels sein. An dem Treffen werden der Schweizer Aussenminister Ignazio Cassis und weitere hochrangige Regierungsvertreter:innen aus 90 Ländern erwartet.

Der Bruno Manser Fonds fordert die bedingungslose Freilassung der fünf jungen Aktivist:innen von „Mother Nature Cambodia“. Sie befinden sich seit Juli 2024 in Haft, nachdem sie sich friedlich für den Umweltschutz in Kambodscha eingesetzt hatten.